
In Mainz Kastel hat am Donnerstag, 5. Februar, das neu gegründete Kinderparlament seine konstituierende Sitzung abgehalten. Das Gremium ist ein Pilotprojekt des Amtes für Soziale Arbeit und soll Kinderbeteiligung in kommunale Entscheidungsprozesse einbinden.
Aufbau und Zusammensetzung
Dem Kinderparlament gehören 16 gewählte Vertreterinnen und Vertreter aus den dritten und vierten Klassen an. Beteiligt sind Schülerinnen und Schüler der Bertha von Suttner Schule, der Gustav Stresemann Schule und der Krautgartenschule sowie Kinder aus dem Kinder und Jugendzentrum an der Reduit. Koordiniert wird das Projekt von der Abteilung Schulsozialarbeit Kinder. Die Mitarbeitenden dieser Abteilung bereiten die Sitzungen gemeinsam mit den Schulen vor, begleiten sie und leisten pädagogische Unterstützung.
Das neue Gremium trifft sich bis zu dreimal im Jahr. Die Amtszeit beträgt ein Schuljahr, eine Wiederwahl ist möglich. Zur Eröffnung tagte das Parlament im farbig geschmückten Sitzungssaal der Ortsverwaltung.
Rechte, Themen und politische Einbindung
Das Kinderparlament verfügt über Antrags, Rede und Vorschlagsrechte in den Organen der Gemeinde und im Ortsbeirat. Diese Rechte sollen im Rahmen der rechtlichen und finanziellen Möglichkeiten berücksichtigt werden. Damit erhalten die Kinder eine institutionalisierte Möglichkeit, Anliegen aus ihrem Stadtteil in die lokalen Gremien einzubringen.
Die Initiative knüpft an die Arbeit des Zukunftsausschusses aus dem Jahr 2023 an. Ende des vergangenen Jahres hatten Kinder der Bertha von Suttner Schule bereits Anliegen im Ortsbeirat vorgestellt, was den Anstoß für die Gründung des eigenen Parlaments gab. Heike Richter, kommissarische Leiterin des Amtes für Soziale Arbeit und Koordinatorin des Projekts, hob hervor, dass die Kinder ihre Rolle ernst genommen und Verantwortung übernommen haben. Themen wie Demokratie und Beteiligung werden inzwischen sowohl im Unterricht als auch bei Projekttagen vertieft behandelt.
Finanzierung und Ausblick
Für eigene Projekte sind im Jahr 2026 finanzielle Mittel aus dem Budget des World Design Capital Projekts Auf die Plätze los vorgesehen. Zusätzlich unterstützt der Ortsbeirat das Kinderparlament mit einem eigenen Budget. Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher bezeichnet das Gremium als wichtigen Baustein für eine zukunftsfähige Stadtgesellschaft und kündigte an, entsprechende Mittel für den nächsten Haushalt anzumelden. Sie betonte, dass Kinder früh lernen sollen, dass ihre Stimme zählt, und nannte Themen wie Klima, Mobilität sowie Spiel und Freizeit als Schwerpunkte.
Ortsvorsteher Hartmut Bohrer bewertete die Gründung als einen historischen Moment für Wiesbaden. Ein besonderer Dank galt dem Ortsbeirat Kastel, der Ortsverwaltung, den Koordinatorinnen Jutta Kühn Mertens und Evelyn Erk, den beteiligten Schulen und dem Kinder und Jugendzentrum sowie dem Smart City Dezernat für die technische Unterstützung.
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